Schlachtschiff Grosskonzern vs. Schnellboot Einzelunternehmer (1/2)

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In den letzten Monaten ist der Glaube: Grosskonzern = Macht und Stärke = Überlebensgarantie, doch stark relativiert worden. Die Frage sollte lauten: Ab welchem Volumen und welchem Bereich ist die Konzernorganisation in der aktuellen Wirtschaftswelt unabdingbar. Darauf müssten sich diese Strukturen aus wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Gründen beschränken.

Einige Stichworte dazu: Weltmarkt - hoher Investitionsbedarf/Kapital - Risikostreuung über Aktien - die Notwendigkeit internationaler absatznaher Produktion - kontinuierliche Führung.

Die Nachteile und Gefahren liegen ebenfalls offen zu Tage - lange Reaktionszeiten - Mangel an flexiblem Verhalten -
fehlender Mut zu visionären Entscheidungen - Eintscheidungs-Kremien die oft nach der Machtlage im Vorstand und nicht nach den nötigen Handlungen im betroffenen Teilbereich entscheiden. Dazu gibt es ein sehr aktuelles Beispiel in einem deutschen Konzern: Es muss gespart werden d.h. generell keine Neueinstellungen im Unternehmen. Leider auch in Abteilungen die vorhandene rentable Aufträge nicht abarbeiten können. Resultat Umsatz bezw. Gewinnausfall

Das kurzfristige Erfolgsdenken bezogen auf Monats-Quartals-Jahresergebnisse kann ebenfalls in langfristig falsche Weichenstellungen führen. Erhöht allerdings den Aktienwert und damit den Marktwert der Manager.
Der in fast allen Führungskräften schlummernde Wunsch nach mehr Macht, Grösse und Einfluss führt zum Aufkaufen von zusätzlichen Betrieben, die wirklich nicht ins Operationsgebiet des Konzerns passen. In den vergangenen Jahren haben wir viele solche Bespiele erlebt. Im besten Fall erfolgt die Korrektur durch einen Wiederverkauf mit Verlust (z.B. grosser Deutscher Automobilkonzern). Wohl verstanden der Wunsch Macht auszuüben ist die Triebfeder für sechzig Stunden Wochen, vernachlässigtes Privatleben, bis zum Burnout. Ob der finanzielle Ausgleich genügt ist fraglich, was nicht genügt ist meist die Zeit diese Geldmittel sinnvoll zur Steigerung der Lebensqualität einzusetzen. Prestige stärkt das Selbstbewusstsein aber...

Zur Erinnerung hier nochmals das Marktwirtschaftliche Prinzip in seiner heutigen und in der Urform:

Heute: Mit dem Einsatz der geringstmöglichen Mittel, das optimalste Ergebnis zu erzielen.

Früher: Mit dem Einsatz der geringstmöglichen Mittel, unter Erhaltung der Substanz das optimale Ergebnis zu erzielen.

Der fehlende Zwischensatz verändert das Verhalten von Führungskräften grundlegend. Nur in wenigen Fällen erfolgen Entscheidungen mit einem Blick in die fernere Zukunft. Sehr langsam setzt sich das Prinzip durch
langfristige Erfolge zu belohnen. Das könnte der Grund sein warum unsere Konzerne in schwerer See den Hafen nicht mehr erreichen.

Zu Risiken und Vorteilen des Einzelunternehmens im nächsten Blog.